❓ FTAPI Trust Networks: Häufige Fragen zu Sichtbarkeit, Datenflüssen und Reporting
Dieser Artikel beantwortet die Fragen, die Administratoren zur automatischen Vernetzung im FTAPI Trust Network (FTN) stellen: was sich durch die Aufnahme in das Netzwerk ändert, welche Informationen für andere FTAPI-Organisationen sichtbar sind, wie die zertifikatsbasierte Verbindung entsteht und welche Reporting-Möglichkeiten Ihnen erhalten bleiben. Er richtet sich an Administratoren und ist als Grundlage für eine interne Sicherheits- und Compliance-Bewertung gedacht.
Die Beispiele in diesem Artikel verwenden zwei Demo-Organisationen: die Beispiel AG mit der Instanz filetransfer.beispiel-ag.de und der E-Mail-Domain beispiel-ag.de sowie die Muster GmbH mit der Instanz secure.muster-gmbh.de und der E-Mail-Domain muster-gmbh.de.
Welche Änderungen ergeben sich für unsere Instanz allein durch die Aufnahme in das Netzwerk?
Auch ohne eigene Domain-Verifizierung ändert sich ein Punkt: Sofern eine andere FTAPI-Organisation ihre Domain verifiziert hat, werden Zustellungen an diese Organisation direkt an den jeweiligen Empfänger auf deren Instanz zugestellt. Auf Ihrer Instanz wird in diesem Fall kein Gastkonto mehr angelegt.
Beispiel: Die Muster GmbH hat ihre Domain muster-gmbh.de verifiziert, die Beispiel AG hat das nicht. Sendet Erika Mustermann von der Beispiel AG eine Zustellung an max.mustermann@muster-gmbh.de, landet die Zustellung direkt im FTAPI-Konto von Max Mustermann auf secure.muster-gmbh.de. Auf filetransfer.beispiel-ag.de entsteht dafür kein Gastkonto.
Welche Informationen über unsere Organisation sind für andere FTAPI-Organisationen sichtbar?
Über das zentrale Verzeichnis werden folgende Informationen an andere FTAPI-Server weitergegeben:
- die Information, dass Ihre Instanz Teil des Netzwerks ist. Diese Information wird in der Datenbank festgehalten. Ein Hinweis dazu: Cloud-Kunden haben keinen Zugriff auf die Datenbank, nur On-Premise-Kunden können diese Information selbst in der Datenbank nachvollziehen.
- bei verifizierten Domains die Information, dass diese Domains zu Ihrer Instanz gehören.
Sobald zwischen Ihrer Organisation und einer anderen FTAPI-Organisation Daten ausgetauscht werden, wird dieser Austausch für beide Seiten in der Admin-Oberfläche sichtbar. Was die Gegenseite dabei genau sieht, steht weiter unten im Abschnitt „Was sieht der Administrator der Partnerorganisation?".
Beispiel: Andere FTAPI-Server erhalten vom zentralen Verzeichnis die Information, dass filetransfer.beispiel-ag.de Teil des Netzwerks ist. Verifiziert die Beispiel AG zusätzlich ihre Domain beispiel-ag.de, erhalten andere FTAPI-Server auch die Information, dass diese Domain zur Instanz filetransfer.beispiel-ag.de gehört.
Welche Datenflüsse entstehen durch die zertifikatsbasierte Verbindung, bevor eine Domain verifiziert ist?
Damit ein Server Teil des Netzwerks wird, läuft folgender Ablauf:
- Der FTAPI-Server erstellt einen Certificate Signing Request (CSR) und sendet ihn an die zentrale Registry.
- Die Registry prüft anhand der URL des Servers, dass exakt dieser Server den CSR gestellt hat und erreichbar ist.
- Auf FTAPI-Seite wird zusätzlich geprüft, ob die Anfrage tatsächlich von einem FTAPI-Kundenserver stammt.
- Erst danach wird ein Zertifikat ausgestellt und der Server in die zentrale Registry aufgenommen.
Bleibt unser Reporting erhalten, wenn kein Gastkonto mehr angelegt wird?
Ja. Ob und wann eine Zustellung abgeholt beziehungsweise geöffnet wurde, bleibt auf Ihrer Seite nachvollziehbar. Sie finden diese Informationen wie gewohnt im Aktivitätenprotokoll der Zustellung selbst und im Reporting. Welche Reports Ihnen dort zur Verfügung stehen, listet der Artikel Admin-Reports auf.
Beispiel: Erika Mustermann von der Beispiel AG sendet eine Zustellung an Max Mustermann bei der Muster GmbH, deren Domain verifiziert ist. Die Zustellung landet direkt in seinem Konto auf secure.muster-gmbh.de. Die Beispiel AG kann trotzdem im Aktivitätenprotokoll der Zustellung und im Reporting nachvollziehen, wann Max Mustermann die Dateien heruntergeladen hat.
Was sieht der Administrator der Partnerorganisation?
Administratoren der Partnerorganisation sehen folgende Informationen:
| Bereich | Sichtbare Informationen |
|---|---|
| Trust Network | den Namen der Partner-Domain, das Datum des ersten Austauschs und das Datum des letzten Austauschs |
| Reporting | zu einer Zustellung dieselben Informationen, die auch der anderen Seite vorliegen: Absender, Empfänger, Datum, Betreff, Dateinamen, Downloads und weitere |
Diese Sichtbarkeit ist bewusst so gebaut: Für Partnerunternehmen ist es wichtig, nachvollziehen zu können, welche Daten in ihr Unternehmen kommen. Das gilt in beide Richtungen. Sobald Sie Ihre eigene Domain verifiziert haben, können Sie ebenfalls nachvollziehen, wenn Ihre Mitarbeitenden Daten zugesendet bekommen und diese herunterladen.
Wo Sie diese Übersicht auf Ihrer eigenen Instanz finden, beschreibt der Artikel Aktive FTAPI Trust Network-Verbindungen im Admin-Panel einsehen.
Beispiel: Nach einer Zustellung von der Beispiel AG an die Muster GmbH sieht der Administrator der Muster GmbH im Bereich „Trust Network" den Eintrag filetransfer.beispiel-ag.de mit dem Datum des ersten und des letzten Austauschs. Im Bereich „Reporting" sieht er zu dieser Zustellung Absender, Empfänger, Datum, Betreff, Dateinamen und Downloads.